» Wir wählen die Freiheit! « -- Gegen die Verschärfung des Urheberrechts
Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) wird derzeit novelliert. Nach einer EU-Richtlinie ist die Bundesregierung nun mit der Umsetzung der Regelungen in deutsches Recht beschäftigt. Die vorgesehene Novelle geht jedoch weit über die EU-Vorgaben hinaus und sieht massive Verschlechterungen in der Zugänglichkeit zu wissenschaftlichen Dokumenten vor, so dass bereits viele Wissenschaftsinstitutionen heftigen Widerspruch gegen diese Änderungen eingelegt haben. Die Senatsliste Fachwerk hat das Thema auch an die Philipps-Universität gebracht und erreichte eine einstimmige Stellungnahme des Senats gegen die Novelle.
Was haben wir Studis mit dem Urheberrecht zu tun?
Eine ganze Menge. Die vorgesehenen Änderungen, besonders in §§52 und 53a, würden eine extreme Verschlechterung im Zugang zu wissenschaftlichen Dokumenten bedeuten. Zeitschriften-Lieferdienste wie subito bekämen ihre Arbeitsgrundlage entzogen, was bedeuten würde, dass die Literaturkosten für viele wissenschaftliche Arbeiten ins unermessliche steigen. Außerdem dürften Bibliotheken an elektronischen Leseplätzen nur noch die Dokumente in der gleichen Stückzahl gleichzeitig zugänglich machen, welche sie auch in hardcopy-Version im Regal stehen haben. Dies grübe den ohnehin schon massiv unterfinanzierten Universitäts- und Fachbereichs-Bibliotheken noch weiter das Wasser ab.
Was ist zu tun?
Zunächst einmal muss es darum gehen, dass die Problematik in der Uni bekannter wird -- sie betrifft schließlich alle! Fachwerk hat das Thema im Uni-Senat auf die Tagesordnung gebracht und eine einstimmige Stellungnahme gegen die genannten Verschärfungen erreicht. Außerdem hat Universitätspräsident Prof. Nienhaus auf Empfehlung des Senats die »Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft« unterzeichnet, der sich bereits alle namhaften Bildungs- und Wissenschaftsinstitutionen angeschlossen haben, so z.B. die Max-Planck-Gesellschaft oder die DFG. Unser Beschlussantrag ist ein Beispiel für konstruktive Senatsarbeit, über die Fachwerk nicht nur redet, sondern die wir bisher praktiziert haben und weiter fortsetzen werden.
Für die Freiheit von Bildung und Wissenschaft!
Die Wissens- und Innovationsgesellschaft lebt davon, dass alle einen möglichst ungehinderten Zugang zu Wissen und Bildung haben. Dafür setzen sich Fachkraft & Fachwerk mit Nachdruck ein: Der Senatsbeschluss zum Urheberrecht ist nur ein Beispiel -- u.a. führt Fachkraft im AStA gezielt Projekte und Veranstaltungen zu diesem Thema durch, etwa zur Verbreitung der creative commons-Lizenzen und 'frei' gewordener Inhalte -- den Open Music Contest des AStA, haben wir z.B. initiiert. Wir werden weiterhin konsequent auf bisher erreichtem aufbauen und konstruktiv weiterarbeiten.
Es gibt viel zu tun - packen wir's an!