Uni Marburg -- wohin?!
[Juni 2004] Die Marburger Uni ist chronisch unterfinanziert. Das Geld reicht hinten und vorne nicht: Lehrstühle und MitarbeiterInnenstellen werden gestrichen, PC-Säle und Bibliotheken geschlossen, die Fachbereiche können nicht mal mehr kleine Sprünge machen. Die Uni ist nun gefordert, zu handeln. Sie muss aufhören mit der Verwaltung von Mangel und die Chance nutzen, sich fit zu machen für die Zukunft.
Die sogenannte "leistungsorientierte Mittelzuweisung" (LoMZ) des Landes, durch die die hessischen Hochschulen finanziert werden, beteiligt unsere Uni systematisch. Dieses Finan-zierungssystem stellt Unis mit wenig Fächern und vielen Studis klar besser als eine Hochschule mit vielfältigem Fächerspektrum. Die Philipps-Universität Marburg zeichnet sich aber zum Glück gerade durch ein großes Fächerspektrum aus, das in Hessen seinesgleichen sucht. Um bei der schwierigen Finanzsituation diese Vielfalt erhalten zu können, stehen wir in Marburg vor schwierigen Strukturentscheidungen, die die Zukunft unserer Uni bestimmen werden.
Schluss mit hohlen Phrasen: Mehr Geld für Bildung, Wissenschaft und Forschung!
Es muss Schluss sein mit der dauerhaften Finanznot der Universitäten. Die Politik muss ihren lautstarken Statements, Bildung sei das "Kapital Deutschlands" und die "Wissensgesellschaft" unsere Zukunft, endlich Taten folgen lassen, indem sie ausreichende Mittel für die Bildungseinrichtungen zur Verfügung stellt.
Verkrustete Strukturen aufbrechen, Qualität und Engagement belohnen!
Abgesehen von diesen politischen Forderungen treten die Listen FACHWERK und FACHKRAFT ein für realisierbare und zukunftsfähige Lösungen der Marburger Probleme. Mit FACHWERK werden wir im Senat dafür kämpfen, dass die Fächer- und Studiengangvielfalt in Marburg erhalten bleibt. Nur so hat die Philipps-Uni eine Chance, für Studierende attraktiv zu bleiben und noch attraktiver zu werden.
Die Kriterien der LoMZ dürfen nicht 1:1 auf die Uni-Ebene und die
Fachbereiche heruntergebrochen werden - Senat und Präsidium haben hier
Spielraum!
Alle Fächer und Fachbereiche müssen die Chance erhalten, besser zu
werden - durch ausreichende Grundausstattung und verlässliche
Planungssicherheit. Es müssen jedoch auch finanzielle Anreize
geschaffen werden, sich von antiquierten Lehr- und Forschungskonzepten
zu befreien und neue Wege zu gehen in Form von fachübergreifenden
Kooperationen, neuen Lehrangeboten und innovativer Forschung.
Verkrustete Verwaltungsstrukturen müssen auf den Prüfstand, Engagement
in Form von qualitativ hochwertiger Lehre und Forschung muss belohnt
werden. Das kreative Potential von MitarbeiterInnen und Studierenden
muss ernster genommen und ihren Initiativen auch Realisierungspotential
eingeräumt werden!
Vielfalt hat Zukunft!
Die Philipps-Universität hat die Chance, sich trotz der schwierigen Rahmen-bedingungen zu erneuern und ihre Fächervielfalt zu erhalten. FACHWERK und FACHKRAFT werden alles dafür tun, dass dies nicht an den Studierenden vorbei geschieht - durch konstruktive Mitarbeit und klare Forderungen werden wir dabei helfen, unsere Uni zukunftsfähig zu machen.