»Auf die Barrikaden!«?
[Juni 2004] FACHKRAFT und FACHWERK beziehen klare Positionen in der Hochschulpolitik: Wir stehen ein für qualitativ hochwertige Lehre, für den verantwortungsbewussten Umgang mit Forschungsergebnissen und für Demokratie als Grundlage zum Aushandeln unterschiedlicher Interessen. Das heißt aber auch, dass wir von "Blockadepolitik" nicht viel halten.
Mitbestimmung braucht Mitarbeit
Innerhalb demokratischer Strukturen darf man sich nicht aus der Verantwortung ziehen mit dem Argument, dass man ja sowieso nichts erreiche. In diesem Zusammenhang kann relativ häufig der "Ruf auf die Barrikade" innerhalb der Marburger Hochschulpolitik nur als Ausrede verstanden werden, Mitarbeit zu vermeiden. Große Worte zu schwingen kostet ja auch weniger Anstrengung, als tatsächlich Hintergründe auf- und sich in die Diskussion fundiert einzuarbeiten.
Demokratie für plurale Interessen
Es ist klar, dass Professorenschaft, Mittelbau und Studierende
unterschiedliche Interessen haben. Beleidigt zu sein hilft da im
Konfliktfall auch nichts, sondern man muss ein Bewusstsein für
Interessens- und Auffassungsunterschiede entwickeln. Dies ist die
Grundlage für die Fähigkeit, Alternativen für eine bessere Zukunft
konzipieren und aushandeln zu können. Prominente Beispiele sind die
Strukturdebatte der Philipps-Universität und die Studienstrukturreform
(d.h. die Einführung neuer Bachelor-/Masterstudiengänge im Zuge des
Bologna-Prozesses): Die einen sträuben sich regressiv-restaurativ gegen
jede Veränderung (was sie, nebenbei gesagt, ja sonst immer der
Professorenschaft vorwerfen). Die anderen, zu denen wir uns selbst
rechnen, führen einen offenen Dialog. Damit können wir stud. Interessen
aktiv einbringen und umsetzen. Selbstverständlich muss man dann auch
mal einen Kompromiss eingehen können, wenn sich z.B. eine
unvorhergesehene Dynamik in einem Diskurs entwickelt. Auch FACHKRAFT
hat als koalitionstragende Liste hin und wieder mal Dinge mitgetragen,
die sie allein sicher etwas anders gemacht hätte (z.B. die
Verhandlungen um den Nachtragshaushalt).
Die Mitglieder von FACHKRAFT und FACHWERK sind selbstbestimmt und auch
selbstkritisch, flexibel und kooperativ. Wir verlieren nicht aus den
Augen, was wirklich wichtig ist. Unsere Erfolge sprechen für diese
Taktik.
The best AStA since 1998 is now:
Wir wissen klar, dass der jetzige AStA die beste Alternative ist, die möglich war, und zu dieser stehen wir! Es bleibt nämlich zu konstatieren, dass seit Oktober 2003 in unserem AStA mit FACHKRAFT-Beteiligung mehr und bessere Arbeit geleistet wurde, als in den Juso-LHG-ASten die ganzen Jahre seit WiSe 98/99 zusammengenommen. Dabei hat FACHKRAFT klare Akzente gesetzt, vor allem durch seine Fachschaftskompetenz im "Kerngeschäft" Hochschulpolitik.
Solidarität und Kooperation
Wir setzen uns dafür ein, die Hochschule als einen Ort praktischer Solidarität zu verwirklichen - auf allen Ebenen. Denn Solidarität ist für uns kein "Auslaufmodell", sondern die einzige ernsthafte Alternative gegen Konkurrenzdenken und Egoismus. Wir gestalten aktiv die Politik unserer Uni und der Gesellschaft, im Bestreben, mehr Gerechtigkeit zu erreichen, und die Interessen der Studis schlagkräftig zu vertreten!