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You are here: Home FACHKRAFT - die StuPa-Liste Nicht jetzt bitte, ich esse gerade.
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Nicht jetzt bitte, ich esse gerade.

Falls Ihr Euch wundert, warum der Marburger AStA nicht auf jede »Enthüllung« diverser Hochschulgruppen eine empörte Gegendarstellung nachreicht, möchten wir Euch mit diesem Beitrag auf einer etwas allgemeineren Ebene eine Erklärung anbieten. Nicht daß am Ende noch jemand denkt, unser Schweigen sei ein Eingeständnis. [02. März 2004]

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Mitnichten. Kurz gesagt haben wir schlicht ein ganz anderes Verständnis von demokratischem Miteinander. Entgegen wiederholter Behauptungen haben wir kein Problem mit kritischen Fragen. Mit den »Unabhängigen« beweist derzeit jedoch leider nur eine einzige hochschulpolitische Liste, daß es auch aus der Opposition heraus möglich ist, respektvoll miteinander umzugehen und Entscheidungen inhaltlich zu diskutieren. Politische Meinungsunterschiede müssen also nicht zwangsläufig in persönlicher Kränkung, Bloßstellung oder Verachtung enden.


ich esse gerade

Weltmetropole Marburg

Diese abschätzige Haltung bekam insbesondere Fachkraft bereits kurz nach den letzten Wahlen zu spüren, als sich die heutige »Opposition« noch nicht einmal zu einem Sondierungsgespräch über eine eventuelle Zusammenarbeit bereit erklärte. Wenige Wochen später formierte sich der heutige AStA aus den verbleibenden Gruppen, und es kam bei der Vorstellung der jetzigen Vorsitzenden erneut zu unschönen Szenen. Fragen wie die folgende waren exemplarisch, und sind es leider bis heute: »Hast Du das eigentlich selbst geschrieben oder durftest Du das nur vorlesen?« Nach mehreren derartiger »Anfragen an die Kandidatin« beendete ein Geschäftsordnungsantrag die Debatte -- am nächsten Tag ließ man Euch beim Essen in der Mensa wissen, wie »undemokratisch« im StuPa doch inhaltliche Diskussionen abgewürgt werden. Skandal, Skandal.

Miteinander streiten

Für unser Verständnis lebt eine Demokratie nicht zuletzt von Information. In diesem Sinne verfassen wir lieber Flugblätter zur Arbeit der Referate oder neuen Angeboten des AStA, als einer völlig ergebnislosen und in letzter Zeit erschreckend persönlich ausgetragenen Beleidigungswelle unsere und Eure Zeit zu opfern. Wir haben weder Lust noch Zeit, Stellungnahmen zu maßlosen Übertreibungen, haltlosen Unterstellungen und schlichten Lügen zu verfassen, wenn dabei Bezeichnungen wie »Wannabe-Fachschaftenkompetenz-Bolzen« davon zeugen, welcher Art das Interesse an Auseinandersetzung ist. Von einer verantwortungsbewußten Gegenposition könnten alle Beteiligten nur profitieren; eine ernstzunehmende Opposition würde sicherlich auch unsere Arbeit erleichtern, selbst wenn das zunächst paradox erscheinen mag. Wenn wenigstens nicht jede StuPa-Sitzung in einen spitzzüngigen Guerillakrieg ausarten würde, wäre bereits viel erreicht. Derzeit müssen sich die Abgeordneten dagegen z.B. die Frage gefallen lassen, wieviel Schmiergeld denn an den AStA geflossen sei, damit das Car-Sharing-Angebot zustande kam. Angesprochen war damit auch der Geschäftsführer von »einfach mobil«, der zur Behandlung dieses Punktes zu Gast im Studierendenparlament war. In solchen Augenblicken kann man eigentlich nicht mehr antworten, man kann sich allenfalls zutiefst schämen.

bug

»Neu! 20% mehr Wahrheit!«

Auch wir möchten Euch gelassen dazu ermuntern, bei Interesse unseren Koalitionsvertrag zu lesen [1, 2]. Mußtet Ihr nach den schrillen Flugblättern über das »zugespielte« und »verratene« Dokument (mit allen Geheimnissen!) noch den Sensationsfund der Legislaturperiode erwarten, schreiben die EnthüllerInnen bereits selbst, daß in ihm »nichts böses« zu finden ist. Um dennoch das Ungeheuerliche anzuprangern bemängeln sie nun, daß inhaltliche Selbstverständlichkeiten nicht als eigene Paragraphen auftauchen. Die Enttäuschung, mit der die Veröffentlichung des dann doch nicht so aufregenden Vertrages einher ging, sollte euch natürlich gespannt darauf machen, ob es denn nun wenigstens eine nachträgliche Veröffentlichung der Verträge vergangener Koalitionen geben wird. Damit hätte die Opposition eine echte Gelegenheit, den aktuellen Vertrag argumentativ und inhaltlich zu diskutieren. Es bleibt jedoch fraglich, ob es »auf der anderen Seite« überhaupt Interesse daran gibt.

Alles wird gut.

Wir haben jedenfalls definitiv keine »Leichen im Keller«. Wenn Ihr Fragen habt oder genaueres über die tatsächliche Arbeit im AStA wissen möchtet, kommt einfach vorbei und macht Euch selbst ein Bild davon. Wir gehen nach wie vor davon aus, daß wir uns an einer Universität befinden, die von vernunftbegabten und interessierten Menschen belebt wird. Wir bitten Euch, entgleiste Flugblätter nicht zum Anlaß zu nehmen, die Beteiligung an den Uni-Wahlen diesen Sommer noch weiter sinken zu lassen. Dabei sollten wir uns alle -- um mit einem Vergleich zu sprechen -- die Frage stellen, ob sich wirklich etwas zum Guten wenden könnte, wenn man der Boulevard-Presse Regierungsverantwortung übertragen würde.

quak

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